Amerikanische Faulbrut - ein Monitoring macht Sinn

Die Amerikanische Faulbrut ist seit Jahrhunderten eine immer wieder aufflackernde hochinfektiöse Bienenseuche. Die seit Jahren unveränderte Befallssituation in Oberösterreich ist der Anlass für Gedanken und Überlegungen, wie sich die Seuchenlage verbessern lassen könnte.

Faulbrutverdacht Streichholztest Faulbrutverdacht Streichholztest Faulbrutverdacht Streichholztest
© AGES/Moosbeckhofer
Das seit 2002 in Oberösterreich durchgeführte Monitoring des Faulbrutstatus der Wanderimker, mit dem Ziel, das Problem Amerikanische Faulbrut in der oberösterreichischen Bienenpopulation zu minimieren, hat nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Über einen Zeitraum von 18 Jahren hat sich die Zahl der jährlichen Neuausbrüche nicht reduziert, sondern hat in der Tendenz eher zugenommen. Die Wanderimker sind dazu nicht die richtige Stichprobe und nicht repräsentativ für den durchschnittlichen oberösterreichischen Bienenhalter. Die Weiterführung der verpflichtenden Faulbrutuntersuchung bei Wanderimkern ist aus diesem Blickwinkel weder sinnvoll noch gerechtfertigt, besonders auch im Hinblick auf den damit verbundenen Aufwand, die Kosten und die ineffizient eingesetzten Fördermittel. Deutlich effizienter ist es, die vom OÖ. Landesgesetz geforderte Versicherung, dass der Verdacht einer ansteckenden Bienenkrankheit nicht besteht, über eine entsprechende eidesstattliche Erklärung zu erbringen. Zumal damit rechtliche Konsequenzen für den Wanderimker verbunden sind. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnis, dass Wanderimker keine Risikogruppe für die AFB sind, sollte für die Ausstellung einer Wanderbescheinigung die Vorlage eines Gutachtens der eidesstattlichen Erklärung nachgereiht werden. Im Einzelfall kann ein Gutachten zusätzlich zur eidesstattlichen Erklärung angefordert werden.
Ein Monitoring, das zum Ziel hat, latente Seuchenherde aufzufinden, ist sinnvoll und jedenfalls wert, dass man sich damit näher befasst. Um den beabsichtigten Effekt zu erreichen, muss das Auswahlverfahren für die Stichproben nach risikobasierten Kriterien erfolgen.
 
In der Methodik sind Stichprobendichte, Art der Stichprobe, Analysemedium und kritische Sporendichte so zu definieren, dass Akzeptanz und Durchführbarkeit gewährleistet sind. Ein Faulbrut-Monitoring kann grundsätzlich nur auf freiwilliger Basis konzipiert werden. Zu akzeptieren ist, dass bei einem freiwilligen Monitoring gewisse systembedingte Mängel immer gegeben sein werden. Für eine hohe Teilnahmequote ist ein Monitoring und seine Zielsetzung verständlich aufzubereiten, mit deutlicher Herausstellung des Nutzens für den einzelnen Imker.
 
Der OÖ. Landesverband für Bienenzucht verfügt über ein seit Jahrzehnten etabliertes und sehr gut funktionierendes Bienengesundheitssystem mit einem ausgebildeten Mitarbeiterstab und vielen engagierten ehrenamtlichen Funktionären. Gemeinsam mit der guten Durchorganisation kann dies die Grundlage für ein erfolgreiches Monitoring sein. Der Aufwand für Organisation und Umsetzung ist jedoch nicht zu unterschätzen.
 
Die Vollversion der Analyse finden Sie unten zum Download
Empfehlen Drucken